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| EROTIK ZITATE |
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| Ob man eine Grenze überschreitet, hängt davon ab, wo man sie zieht. (Aus dem Film Kissed, gefunden in Nerve, rororo) Die Ketten der Ehe sind so schwer, daß man sie bisweilen nur zu dritt tragen kann. Haben die großen Künstler nie aus Wollust geschaffen und ihren Lesern nie Wollust verschafft? Jedenfalls haben sie die Reaktionsfähigkeit immer gereizt. Generationen von Lesern Shakespeares und Schillers und Byrons und Dostojewskijs danken den Meistern ungeheure Steigerungen der Emotionen. Mit Ausnahme der Sexuellen? (...) Das Geschlechtliche ist nur zugelassen, wenn es im poetischen Äther verdunstet? Sex ist das der Glückseligkeit Verwandteste. Außerordentlich gefährlich für jedes junge Frauenzimmer ist auch die Lektüre wollüstiger und schlüpfriger Bücher und das Beschauen obscöner Bilder! Ich habe später durch Zufall eine ganze Sammlung solcher Bücher und Bilder kennengelernt und kenne den Eindruck, den sie machen, genugsam aus Erfahrung. Sie sind in der Tat ein wahres Gift für unverheiratete Frauen. Sie alle schildern die Sache selbst in den reizendsten, aufregendsten Formen ... Oh es ist entsetzlich! Immer in Entäuschungen sich verzehren! Immer wünschen nie befriedigt sein! Meine Phantasie tötet mich... oh ja, ich bin sehr unglücklich! Rodins Aktstudien sind so, daß diejenigen, die sie öffentlich zum Verkauf feilbieten wollten, ganz sicherlich wegen Pornographie verfolgt würden, und zwar von eben jenen, die diese Ausstellung organisiert haben. Warum soll ich mich schämen, Körperteile zu nennen, die zu erschaffen sich Gott nicht geschämt hat? Der in Österreich geltende kaiserliche Catalogus librorum prohibitorum (Katalog der zensierten Bücher) von 1765 bis 1780 in mehreren Ausgaben erschienen, bekam seine Kraft selbst zu spüren. Statt vor der anstössigen, unmoralischen, gotteslästerlichen Literatur zu warnen, wurde das Werk selbst als eine Art Führer wahrgenommen und fleißig von Liebhabern und Sammlern erotischer Literatur benutzt. Als 1777 die Zensurhofkommission dahinterkam, konnte sie nicht umhin, ihren eigenen Index auf denselben zu setzen ... Was für den einen Pornographie ist, bedeutet für den anderen das Lachen des Genius. Sex ist, als würden sich zwei gut unterhalten, aber was fragen sie, was antworten sie, es ist unübersetzbar. Rousseau beklagt, daß die Lektüre erotischer Literatur nicht ganz mühelos sei und spricht von jenen gefährlichen Büchern, die eine schöne Dame deshalb so unbequem findet, weil man sie nur mit einer Hand zu lesen vermag. Man hat manchmal den Eindruck, daß Frauen viel härter schreiben als Männer. Was den Konsum betrifft, haben Befragungen und Untersuchungen ergeben, daß Frauen fast so sehr an erotischer Literatur interessiert sind wie Männer. Da ich mich nun allein bei meinem Bruder befand, stöberte ich zwischen seinen Büchern umher. Die Lektüre übte auf mich eine außerordentliche Wirkung aus, sie erregte mir den Kopf und, ich kann wohl sagen, auch den Unterkörper. Während der Nacht riefen sich meine Sinne ständig jene Szenen zurück, wo die Männer ihre Glieder in die offenen Spalten der Damen einführten, die nur danach schmachteten, sie in sich zu nehmen. Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen. Frau Aline hatte in steigender Erregung gelesen. Ihre rechte Hand hatte sich unwillkürlich durch den Schlitz ihres Kleides gestohlen und das Zentrum gesucht. Ihre Finger hatten sich gekrümmt und leise hin und her bewegt ... Das Buch glitt zur Erde. Hätte die Natur nicht gewollt daß der Kopf den Forderungen des Unterleibs Gehör geben sollte, was hätte sie nötig gehabt den Kopf an einen Unterleib anzuschließen. Lange bevor die übrigen Hausbewohner ihre Schlafzimmer verließen, hatte Agnes schon alle Winkel der Bibliothek durchstöbert. Ein Buch fesselte sie in erster Linie: Gamiani. Noch vor dem Mittagessen war das Buch verschlungen. Die Bilder, die sie gesehen hatte, trugen ihre Früchte; die konfuse Ideenwelt , die sie in ihr Leben gerufen hatte, ordnete sich, und in ihrem Geist brach das Licht an, gleichzeitig überflutete sie eine heiße Begier, die beschriebenen Lüste zu genießen. Die Pompadour besaß eine ganze Bibliothek von Erotica und bekennt selbst in ihren Briefen, daß sie bei der Lektüre die stimulierende Wirkung solcher Schriften angenehm an sich erfahren habe. Ein schwacher Lichtschein durch die spanische Wand zeigte mir eine kleine Öffnung, um ganz bequem zu Margueriten hinüber zu sehen. Diese holte aus ihrem Reisesack ein Buch, mit dem sie sich an einen Tisch setzte und zu lesen begann. Marguerite las mit größter Aufmerksamkeit in dem Buche, und sein Inhalt musste etwas ganz besonderes sein, denn ihre Wangen röteten sich und ihre Augen glänzten, die Brust hob sich unruhig. Und plötzlich ließ sie die Hand unter das Hemd sinken, setzte den einen Fuß auf die Bettstelle und schien nun noch eifriger mit größerem Vergnügen zu lesen. Sogar in der Bastille befand sich eine geheime Druckerei, in der die obszönsten Bücher gedruckt wurden, mit denen die Polizei einen einträglichen Handel betrieb. Um mich begehrter zu machen, bildete ich meinen Geist durch belehrende und pikante Lektüre. Brantome und Aloysia entzückten mich durch tausend Schönheiten. Die reizenden Bilder, die ich in ihnen fand, waren ein köstlicher Augenschmaus, und ich konnte nur mit Ungeduld die Zeit erwarten, um die Bilder in Wirklichkeit umzusetzen. Das größte Kontigent der Leser erotischer Literatur stellten die Frauen, die in ihrer Heuchelei so weit gingen, obszöne Werke als Gebetbücher einzubinden, um sich die Langeweile während der Messe zu vertreiben und doch als fromm zu gelten. Nicht um die Welt hätten die Schlossherrschaften und ihre Gäste am Sonntag die Messe versäumt. Andächtig ging alles in die Kirche. Aber man wundere sich nicht, wenn man hier und da ein Lächeln die Lippen der Betenden umspielen sah. Jeder hat ein Buch in der Hand, aus dem er eifrig liest. Dem Einband nach ist das Buch ein Gebetbuch, sein Inhalt aber besteht aus einer Sammlung schlüpfriger, skandalöser Geschichten. Daraus macht kein Mensch ein Geheimnis. Als die Stunde nahte, ging ich in den Tempel der Liebe. Während ich auf meine Göttin wartete, belustigte ich mich damit, mir die Bücher einer kleinen Bibliothek anzusehen, die sich im Boudoir befand. Sie waren sorgsam ausgewählt und so recht des Ortes würdig. Man fand da alle Schriften gegen die Religion und alles, was die wollüstigen Federn über die Freuden der Liebe geschrieben haben verführerische Bücher, die den Leser in Flammen setzen und ihn nötigen, die Wirklichkeit zu suchen, von der sie nur das Abbild schildern. Ihre Betrachtung hatte mich in eine nicht mehr zu bändigende Erregung versetzt, als ich meine Geliebte eintreten sah. Die Bibliothek der Dame bestand aus den 36 Positionen des Aretino, der Thérèse pholosophe und der Académie des Dames. Sie schildert kurz und treffend die Wirkung der Lektüre, wenn sie behauptet: Man kann es nur mit einer Hand lesen. Bücher, welche schmutzige und unsittliche Dinge planmäßig behandeln, erzählen oder lehren, sind streng verboten. Die Bücher älterer und neuerer Schriftsteller, die als Klassiker gelten und von jenem Schmutze nicht frei sind, werden mit Rücksicht auf die Eleganz und Reinheit der Sprache gestattet, doch nur solchen, deren Amt oder Lehrberuf diese Ausnahme heischt. Knaben aber und jungen Leuten dürfen nur sorgfältig gereinigte Ausgaben in die Hand gegeben und dieselben nur nach solchen unterrichtet werden. Die fundamentale Bedeutung des Sexus drückt sich im Glauben aller Völker aus, ursprünglich stets positiv. Die bedeutendste negative Leistung des Christentums war die 'Problematisierung' der Sexualität. ... Wir brauchen eine Geisteshaltung, die in der Sexualität kein 'Problem', sondern ein 'Vergnügen' sieht. Den meisten Leuten fehlt dazu die Sicherheit und oft auch die Liebe. DeSade ist das letzte Wort des Katholizismus. Aus Sade spricht der Geist der Inquisition, der Geist der Folterstrafe, der Geist der Abscheu vor der Natur. Der Kern des Lebensglücks ist das sexuelle Glück. Es ist wichtig, sich völlig klar zu machen, daß es heute Menschen mit durchgearbeiteter, ruhig entwickelter, sexualbejahender Struktur nicht gibt, denn wir alle sind durch die autoritäre, religiöse, sexualverneinende Erziehungsmaschinerie beeinflußt worden. Die Predigt der Keuschheit ist eine öffentliche Aufreizung zur Widernatur. Jede Verachtung des geschlechtlichen Lebens, jede Verunreinigung desselben durch den Begriff 'unrein' ist die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist des Lebens. Pornographie oder erotische Literatur, die als Tabu behandelt wurden, enthalten eine Menge Wertvolles. Wie die meisten verbotenen Früchte hat sie als Nahrung fürs Denken gedient ein Aspekt ihrer Geschichte, der nie ernst genommen worden ist, obwohl er es verdient hätte, sofern man diesem Element der westlichen Kultur Bedeutung beimessen will. Die Bewußtwerdung der Sexualität und ihr Niederschlag in der Kultur liefert endloses Denkmaterial, vor allem, wenn es in narrativer Form in schmutzigen Witzen, männlicher Prahlerei, Weiberklatsch, zotigen Liedern und erotischen Romanen erscheint. In all diesen Formen ist Sex nicht einfach nur Thema, sondern auch ein Instrument, um Dinge aufzubrechen und ihr Inneres zu erkunden. Sex ist für das Volk von gleichem Nutzen wie die Logik für die Philosophen: sie erklärt Sachen. Wenn man hört, wieviel Aufhebens ein Theologe von der Handlung eines Menschen macht, der als Lüstling von Gott geschaffen ist und der mit seiner Nachbarin, die Gott so gefällig und anmutig machte, geschlafen hat: könnte man da nicht meinen, die Welt sei an allen vier Ecken in Brand gesteckt worden? Es behagt mir, den Leuten dieses Wort LUST, das ihnen so zuwider ist, bis zum Überdruß zu wiederholen. Jedermann soltte wenigstens so viel Philosophie und schöne Wissenschaften studieren als nötig ist um sich die Wollust angenehmer zu machen. Nicht selten liest die prüde Rosa Noch 1948 wurden auf den Index der verbotenen Bücher (der katholischen Kirche) sämtliche Werke von Sartre und 1952 von Gide gesetzt. In der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts waren nicht nur Bücher von Ranke und Gregorovius, Heine und Flaubert noch indiziert, sondern auch Montaignes Essays, Kants Kritik der reinen Vernunft, Pascals Pensées und die Provinciales, ferner Bücher von Spinoza, Lessing und vielen anderen mehr. Maler und Bildhauer, welche obszöne Bilderwerke (d.i. Bilderwerke, auf denen die unehrbaren Teile entblößt oder nur leicht verhüllt sind) anfertigen oder ausstellen, oder auch diejenigen, welche solche Bildwerke in ihrer Wohnung aufstellen, sündigen schwer. Schwer sündigt auch, wer solche Bilder anschaut, wenn das nicht geschieht für kurze Zeit, aus großer Entfernung oder das Bild wegen seines Alters kaum mehr Farben hat. Im Allgemeinen das Nämliche, jedoch mit einigen Milderungen, ist zu sagen vom Anblick von Statuen, insofern Statuen, weil diese nicht gemalt, weniger die Lust reizen als Bilder. Es ist kaum nötig, zu bemerken, daß der Anblick von Bildern und Statuen nicht deswegen schon erlaubt ist, weil diese in öffentlichen Sammlungen aufgestellt sind. Die Aufklärungswerke, die ich als junges Mädchen gelesen habe, waren für mich etwa so nützlich wie ein Handbuch über die Paarungsgewohnheiten des Schneehuhns für einen Elefanten. Was in diesen Büchern stand, interessierte mich nicht, und was mich interessierte, stand nicht drin. Denn das Mädchen die junge Frau! - die ein solches Buch kauft, sehnt sich entweder so sehr nach Geschlechtsverkehr, daß sie einen Mann und kein Buch braucht. Oder sie hat so wenig Instinkt für Liebe, daß ein Buch ihr bestimmt nicht helfen kann. Wir glauben an die wahre Liebe wie das Kind an den Weihnachtsmann. Wie ist ein solcher Glaube unter Erwachsenen verständlich? Mädchen. Alle Mädchen sind blaß und zerbrechlich. Immer rein. Man halte sie fern von jeder Art von Büchern, Museen, Theatern sowie vor allem dem Jardin des Plantes, Abteilung Affen. Jede Unwissenheit ist bedauerlich, aber Unwissenheit auf einem so wichtigen Gebiet wie der Sexualität ist eine ernste Gefahr. Viele prominente Übeltäter in der Geschichte waren von einer merkwürdigen Keuschheit. Der Mensch existiert nun einmal nicht geschlechtslos. Und wie er Arme und Beine hat, um sie zu benutzen, so hat er auch Phallus und Vulva, nicht um sie hinter Feigenblättern verschrumpeln zu lassen. Wer sexuell unbefriedigt ist, kann nicht zufrieden sein, ja häufig nicht friedfertig überhaupt. Warum sollte es schlecht sein, wenn ein Mensch aufgrund eines Filmbesuchs oder der Lektüre eines Buches Mut zu seiner Sexualität faßt. Gefährlich sind nur solche Filme und Bücher, die zu asozialen und kriminellen Taten stimulieren zu Brutalität, Vergewaltigung, Sadismus. Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit. Selbst in der Tugend ist der letzte Zweck unseres Trachtens die Wollust. Die Lektüre wollüstiger und schlüpfriger Bücher und das Beschauen obszöner Bilder ist außerordentlich gefährlich für jedes junge Mädchen. Die Liebe, die wahre Liebe, die vollständige und einzige, die zählt: das ist die mit Leidenschaft schamlos genossene. Wenn ich mir eine Untreue zuschulden kommen ließe, könnte ich sie mir ohne weiteres verzeihen. Dir nie. Um die eigene erotische Batterie aufzuladen, gibt es nichts Besseres, als sich Stimulans aus der wirklichen Welt zu holen. Und da die eigene Einbildungskraft notwendigerweise begrenzt ist, kann ein Blick auf andere geradezu erweckend wirken. Daß die wichtigsten Dinge durch Röhren getan werden. Beweise erstlich die Zeugungsglieder, die Schreibfeder und unser Schießgewehr, ja was ist der Mensch anders als ein verworrnes Bündel Röhren? Wenn man die Wollust dem Leben abzieht, so bleibt nichts als der Tod übrig. Die Liebe der Spießer (der Sauertöpfe), der Lauwarmen, Faden, Zurückhaltenden und Gehemmten ist keine Liebe. Die Liebe, die wahre Liebe, die vollständige und einzige, die zählt: das ist die schamlos genossene. Die sinnliche des Fleisches und der Worte, die im höchsten Grad intensive, insofern auch immer neue. Ihr Unterrock war rot und blau sehr breit gestreift und sah aus, als wenn er aus einem Theatervorhang gemacht wäre. Ich hätte für den ersten Platz viel gegeben. Aber es wurde nicht gespielt. Eine schmutzige Phantasie ist ein ewiges Fest. Ich glaub, jeder seriöse Autor möchte vertreten sein in einer Anthologie pornographischer Literatur, wie vielleicht jeder Pornograph davon träumt, wenigstens mit einem Satz in den Literaturgeschichten erwähnt zu werden. Ich persönlich habe den Unterschied zwischen erotischer Literatur und Pornographie nie ganz kapiert. Ich meine, ist ein Text pornographisch, wenn ein Mann ihn schreibt, aber erotisch, wenn eine Frau ihn verfasst? |
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